Felsgesteingeräte – Produktionsabfall und Rohlinge

Der zum Teil über mehrere hundert Kilometer transportierte Amphibolit wurde in Rohgestein und schleifbereiten Stücken gehandelt und in den Siedlungen weiterverarbeitet. Wenn möglich wurden aber auch gebrochene und gesplitterte Beile weiterverarbeitet, wobei zum Teil sehr pragmatisch gearbeitet wurde.  Unter den Produktionsresten sind als eindeutig die Bohrkerne anzusprechen (Abb. 1), welche durch eine Zeit sparende Kernbohrung mit Hilfe einer Knochen- oder Geweihhülse aus Schuhleistenkeilen oder Äxten herausgebohrt wurden. An isolierten Plätzen mancher Siedlungen ist sogar eine deutliche Konzentration von Bohrkernen und weniger leicht als eindeutig zu identifizierenden Amphibolitsplittern festzustellen (Abb.2). Dort finden sich meist auch Stücke mit Sägespuren, ein Nachweis für die Zerteilung grösserer Stücke mittels einer dünnen Kalksteinplatte und Sand (Abb.3). Definitiv als Rohlinge oder Halbfabrikate anzusehende Stücke sind dagegen selten (Abb. 4).

Abb. 1. Queransicht einer gebrochenen Axt mit Bohrkern und verschiedene  Bohrkerne.

Abb. 2.  Ausserhalb der eigentlichen Siedlung bei Burggrumbach erbrachten zwei Begehungen einer Fläche von gerade 0,5 ha mehr Amphibolitmaterial als Keramik oder Silex (Länge des großen Beils rechts vorne: 11cm).

Abb. 3.  Sägespuren an Stücken aus Bibergau und Reichenberg

Abb.4. Halbfabrikate von Flachbeilen aus Reichenberg I u. II neben vergleichbaren Endprodukten.